Apollos Pfötchenbuch der Menschenkommunikation

Unsere geliebten Zweibeiner können eine spezielle Fähigkeit entwickeln, mit uns zu sprechen, eine Sprache die weiter geht und andere Inhalte kennt, als Lautäußerungen oder Körpersprache.

Nicht alle schaffen das aber, auch wenn sie die Anlage dazu hätten.

Der Grund liegt, glaube ich, in ihrer sehr speziellen Fortbewegungsart.

Sie gehen auf ihren Hinterpfoten und strecken dabei stolz den Kopf in den Himmel. So laufen sie quasi zweigeteilt durch fast ihr ganzes Leben.

Ihr Kopf ist immer anderswo als ihre Füße. Das verursacht ihnen häufig Schwierigkeiten, sich auf eine tiefere Art der Kommunikation einzulassen. Entweder werden sie von ihrem Körper festgehalten und können auf ihren Kopfinhalt nicht zugreifen oder ihr Kopf gaukelt ihnen Dinge vor und sie verlieren dabei völlig die Bodenhaftung. Nur wenn Boden und Himmel zusammen arbeiten, wird es gelingen.

Kommunikation findet bei ihnen vorwiegend auf zweierlei Weisen statt: wortlos durch die Körpersprache und aber auch durch eine hochkomplizierte Lautsprache.

Interessanterweise passt beides oft nicht zusammen oder widerspricht sich sogar, im Zweifelsfall glaube bitte eher der Körpersprache und nicht den Wörtern, die sie dir sagen!

Im Gegensatz zu uns Tieren haben die Menschen nämlich auch die Fähigkeit der Täuschung entwickelt und zur Vollendung gebracht. Das und ihre schiere Kraft und Größe macht sie zur wahrscheinlich gefährlichsten Art von Lebewesen. Andererseits gibt es aber auch Menschen, die aus Liebe für einen unserer Art ihr Leben hingeben würden.

Daher versuche nur mit deinen eigenen Menschen zu kommunizieren oder mit welchen, denen du aus Erfahrung trauen kannst. Versuche einen Blick in ihre Seele zu werfen. Nur, wenn du da absolute Ehrlichkeit und Liebe findest, vertrau ihnen. Ansonsten renne besser schnell weg.

Wenn du mit deinem Menschen innerlich sprechen willst, warte einen Moment ab, wo dessen Kopf Ruhe gibt. Beim Schlafen oder zwischen Wachsein und Schlafen kannst du sie gut ansprechen oder bei längeren Autofahrten, wenn sie sich zu entspannen beginnen. Vielleicht kann dein Mensch empfangen, während er/sie Gemüse schneidet oder Handarbeiten macht, oder beim Sport. Du findest das selbst heraus, wann du deinen Menschen am besten erwischt.

Du kannst auf verschiedene Weisen senden und dein Mensch wird auf verschiedene Weisen empfangen, das könnt ihr gemeinsam herausfinden und gut trainieren.

Anfangs sieh deinem Menschen in die Augen dabei, später geht das auch ganz schnell und einfach durch die innere Verbindung, die ihr miteinander habt.

Wenn ich Bilder sende, interpretiert meine Menschenfrau das manchmal falsch. Das ist nicht ihre Stärke. Sie sieht die Bilder richtig mit ihren inneren Augen, aber der Kopf labert ihr eine falsche Deutung vor.

Beispielsweise hat sie mich mal gefragt, wo ich gerade bin und ich habe ihr ganz ehrlich die rote Backsteinmauer bei der Nachbarin gezeigt, an der ich gerade lag. Dann brach sie in Tränen aus und meinte, ich hätte ihr zu verstehen gegeben, bis hier hin und nicht weiter, das geht dich gar nichts an. Aber sie lernt dazu, ein paar Tage später sah sie die Mauer und dann begriff sie, dass ich wirklich an der Mauer war und sie nicht abgewehrt hatte.

Wenn ich ihr Gedanken schicke, die sie dann hört, klappt das bei ihr ziemlich gut. Das war auch unsere erste gemeinsame Sprache. Ich höre sie, sie hört mich, aber eben mit den „inneren“ Ohren der Seele, nicht mit den äußeren Hörorganen. Ich höre sie immer, wenn sie mich ruft oder anspricht. Ob ich hören will, ist dann allerdings eine andere Frage…

Sie hört und versteht mich besonders gut in entspannten Situationen. Wenn sie gestresst ist, liest sie vorwiegend meine Körpersprache oder achtet auf meine Lautäußerungen, die ich auch schon ziemlich perfektioniert habe, weil der Rest der Familie fast nur äußerlich hört.

Außerdem kannst du Gefühle senden, das wird auch oft gut und auch von ungeübten Menschen verstanden. Sofern diese über etwas Einfühlungsvermögen verfügen, kannst du damit starten und mit ihnen üben. Als Schwierigkeit kann hier auftreten, dass der empfangene Mensch nicht unterscheiden kann, ob das Gefühl von ihm oder von dir kommt. Da musst du am besten noch einen zweiten Weg gleichzeitig versuchen.

Es funktioniert auch mit Riechen und Schmecken, nur habe ich da die Erfahrung gemacht, dass Menschen und wir sehr unterschiedliche Dinge gut finden. Ich war einmal beim Nachbarn am Gartenteich, da gibt es wunderschöne große blaue fliegende Tiere, die sehr lecker schmecken, sie sind knusprig und saftig und vor allem wegen ihrer Größe schon sehr begehrenswert. Ich war also auf der Jagd und war erfolgreich. Ich hatte so ein Tier aus der Luft gepflückt und ließ es mir schmecken. Weil ich so stolz auf meinen grandiosen Jagderfolg war, wollte ich meine Menschenfrau teilhaben lassen und sendete ihr das Knuspern der Flügel und Beine, den Duft und den Geschmack des leckeren Beutetieres.

Aber sie war gar nicht erfreut, sie sprintete ins Badezimmer und wusch sich den Mund aus.

Fassungslos stand ich vor ihr, ein Flügelchen der Libelle hing noch in meinem Fell. Dann verstand sie die Situation.

Also das lasse ich in Zukunft besser. Sie will keine Tiere essen. Auch keine Insekten. Aber diese Art der Kommunikation klappt offenbar auch.

Übe mit deinem Menschen, versuche es auf alle diese Weisen. Halte mich gern auf dem Laufenden, wie es zwischen dir und deinem Menschen klappt! Lass deinen Menschen berichten, wie es läuft!

Ich muss jetzt wieder mein Bettchen zurecht treteln,

ganz liebe Grüße

Apollo

(Bilder aus Canva)

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